Zahlenspiele

Die Eiserne ist vorbei und damit auch endgültig die Segelsaison 2012. Zeit, mal wieder ein bisschen den Taschenrechner zu quälen! Also mal die erste Frage: Wäre die Rangliste der Eisernen eine andere, wenn man nicht nach Yardstick sondern nach ORC gewertet hätte?
Dafür muss man natürlich etwas tricksen, um eine aussagekräftige Auswertung zu erhalten. Also zunächst werden alle Boote ohne derzeitigen ORC-Messbrief (zumindest einen bei einem Klassenboot) aus der Rangliste gestrichen, außerdem auch die SAY 10, die zwar ein sportliches Boot, aber kein Sportboot ist.
Man erhält dann folgende Rangliste:

eiserne

Es fällt auf, dass bis auf den Sprung der Onyx 850 in der Ergebnisliste keine großen Verwerfungen vorhanden sind. Hier und dort ändern sich zwar ein oder zwei Plätze, aber zumindest ganz vorne ist eigentlich alles wie gehabt. Der Sprung der Onyx legt allerdings nahe, dass hier vielleicht der Yardstick-Wert nicht ganz passt.
Daher mal ein Vergleich von den drei hier in der Region verwendeten Systeme bei Bedingungen wie der Eisernen. Auf der einen Seite ORC Club, auf der anderen Seite Yardstick und irgendwo in der Mitte das SRS.
srs-vergleich
Was sagen diese Zahlen nun? Wenn alle Boote so segeln, dass sie nach ORC-Club-Rating gleichzeitig im Ziel sind, dann kann man sich prozentual folgende Abweichung auf die Esse 850 als Referenzschiff erlauben. Lesebeispiel:
Die First Class 8 darf fast 4,2 % langsamer nach YST segeln als bei ORC um gleichschnell wie eine Esse 850 zu sein, während eine Joker nach SRS etwa 5,6 % schneller sein muss.

Man sieht hier deutlich, dass es doch erhebliche Unterschiede zwischen den Rating-Systemen gibt – auch wenn es in der Praxis auf Grund von großer Zeitdifferenzen bei den gesegelten Zeiten vielleicht nicht immer Auswirkungen in den Platzierungen erzeugt.

Selbstverständlich lässt sich allein aus diesen Zahlen nicht ablesen, welches der drei Systeme nun das gerechteste ist. Vielleicht hilft diese Abschätzung aber dabei, einzuschätzen, wie groß oder klein Auswirkungen eines oftmals angedachten Systemwechsels sein könnten.

Aber was ist nun mit der angesprochenen Onyx? Hier ergeben sich ein Bonus von 11% nach Yardstick und 8% nach SRS, wieder im Vergleich zu einer Esse 850.
Jeder Eigner einer Onyx, die nach ORC gesegelt werden soll, empfiehlt sich also ein Blick auf den Messbrief ob wirklich alles stimmt – oder einfach weiterhin still die Vorzüge des Yardstick- und SRS-Systems genießen.

Die Saphire im Fokus

Normalerweise schwimmt Aluminiumoxid nicht. Fügt man etwas Chrom hinzu, dann erhält man einen Rubin, mit etwas Eisen oder Titan den Saphir. Schwimmt zwar immer noch nicht, gibt aber ziemlich coole Namen für Boote. Die Rubin ist hier am See hinreichend bekannt, warum aber auch der Saphir ein guter Namensgeber für ein neues Boot ist, dazu hier mehr.

saphir

Eine Saphir-Familie in freier Wildbahn.

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Die Eiserne wird kalt

Angekündigte -2° C und wenig Wind, die Vorhersage für die Bedingungen könnte besser sein. Dennoch entwickelt sich die Eiserne zu einer immer größeren Regatta. Für Sportboote ist es mittlerweile die nach Teilnahmezahlen zweitstärkste Veranstaltung hier am See.

31 Sportboote stehen bisher auf der Meldeliste, darunter vier Longtze, drei mOcean, acht blu26 und viele andere alte Bekannte. Besonders gespannt kann man sein, wie sich die Soto 27 und die schon ein paar mal am See aufgetauchte CQ-6 schlagen.
Außerdem wird eine TS 23, ein innovatives Sportboot mit Holzoptik vom Möhnsee, ihre nasse Bodenseepremiere – auf der Interboot war sie ja auch schon – feiern. Auf der Webseite kann man sich auch zum Probesegeln am Wochenende der Eisernen anmelden.

B/one – Das Interview

Auf dieser Webseite wurde schon mehrfach über die neue B/one von Bavaria berichtet. Außerdem ist nun dieses Boot ein heißer Kandidat für die neue Einheitsklasse am Bodensee. Grund genug ein paar Fragen an Peter Meyer, der nach außen hin aktivsten Person hinter dem Projekt B/one, zu richten.

Die B/one bei der Cowes Week. Photocredit: Rick Tomlinson, Aberdeen Asset Management Cowes Week

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Äpfel und Birnen

Es wird viel gesprochen über die neue Einheitsklasse am Bodensee, wir möchten hier nun einfach mal alle drei Kandidaten kurz vorstellen und miteinander vergleichen.

Die Longtze ist laut unserer und einer anderen Facebook-Umfrage klarer Favorit.

Während die Longtze das einzige Schiff ist, das sich schon ein paar Jahre bewährt hat und es dementsprechend bereits einen sehr kleinen Gebrauchtboot-Markt gibt, kommt man bei beiden anderen nicht um einen Neukauf herum – es sei denn, einer der Anbieter entwickelt ein System, bei dem interessierte Segler ein Boot für eine ganze Saison bzw. die Klassenregatten plus Training chartern können.

Aber nun zu den knallharten Fakten, die die Boote laut Prospekt erfüllen sollen:

Boot Longtze Premier Bavaria B/one J-70
Länge ü.A. 6,84 m 7,28 m 6,93 m
Breite 2,58 m 2,49 m 2,25 m
Tiefgang 1,80 m 1,60 m 1,50 m
Gewicht 615 kg 1050 kg 794 kg
Ballast 300 kg 370 kg 285 kg
Crewgewicht 314-344 kg ? max. 280 kg
Großsegelfläche 20,7 m2 21 m2 ?
Vorsegelfläche 13,4 m2 11 m2 ?
Gennaker 59,9 m2 46 m2 45 m2
Rating (GPH/TCC/YST/SRS) 615,5/1,083/85/1,084 ?/0,969/?/? ?/0,971/?/?
Yardstick relativ** 85 95 94,8
Klassenregeln klick noch keine klick
Preis regattaklar* 35,680 € 30,920 € 40,320 €

* Schätzwert des Yacht Magazins.
** Die relativen Rating-Werte beruhen auf dem IRC TCC, dem einzigen bisher veröffentlichten Rating, das alle drei Boote bereits einsortiert hat. Es wurde einfach berechnet, welchen Yardstick-Wert das entsprechende Boot haben müsste, damit nach Yardstick die Wertung genauso wie nach IRC ausfällt.

Einheitsklasse Bodensee

Am Bodensee gibt es eine neue Initiative, die die Entwicklung einer Sportboot-Einheitsklasse fördern möchte. Es wurde sich bisher zwar noch nicht auf ein konkretes zu förderndes Boot geeinigt, sondern es stehen noch drei Boote in der Auswahl – die Entscheidung steht allerdings kurz bevor und wird mit ziemlicher Spannung erwartet.
Wenn diese Initiative erfolgreich ist, dann wird sich im Jahr 2013 einiges hier am See ändern und insbesondere die Sportboot-Segler der übrigen Bootstypen werden sich auf wohl deutlich andere Bedingungen einstellen müssen. Entweder sie mischen dann im neuen Zirkus mit oder müssen wohl noch häufiger als bisher auf gemischte Felder mit den übrigen Kielschiffen nach ORC oder Yardstick ausweichen.

Die Wahl des Bootes zur Einheitsklasse Bodensee fällt zwischen der Longtze Premier, die auf verschiedenen Facebook-Umfragen klar die Favoritenrolle innehat, der Bavaria B/one und der neuen J/70.
Um einen besseren Einblick in die Entwicklung zu bekommen, haben wir mit Christian Rau, einem der Initiatoren von Bodensee-Einheitsklasse.com gesprochen und uns das Projekt genauer erklären lassen.
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